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MFT-Forschungsprojekt

Unsere Forschungsgruppe am Klinikum Magdeburg hat in einem quantitativen Untersuchungsdesign zu unterschiedlichen Messzeitpunkten zuvor festgelegte abhängige Variablen wie die Symptomatik der Kinder, das Belastungserleben der Eltern oder die Qualität der familiären Beziehungen im Therapieverlauf bestenfalls im Vergleich zu einer Kontrollgruppe untersucht.

Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Rückgang der kindlichen Symptomatik und des elterlichen Belastungserlebens,  aber auch Verbesserungen innerhalb der familiären Beziehungen, besonders im Hinblick auf die Beziehung zwischen den Vätern und ihren Kindern.

Wir vermuten, dass die Veränderungen im Zusammenhang mit dem Behandlungsangebot der Multifamilientherapie stehen. Unklar bleibt jedoch, inwiefern und wie stark sich die MFT auf die Behandlungsverläufe auswirkt. Um sich diesen Fragen zu nähern, eignen sich eher qualitative Methoden.

Um die Sichtweisen der Familien auf die subjektiv bedeutsamen Wirkfaktoren der MFT zu erheben, wurde unsere quantitative Evaluation durch qualitative Methoden ergänzt. Der Schwerpunkt der qualitativen Interviews lag darauf, wie Familien den Einfluss der MFT auf familiäre Interaktionen und Beziehungen und deren Veränderungen im Therapieverlauf erleben. Es wurden insgesamt 30 Interviews mit Eltern und Jugendlichen geführt, wobei drei Mütter in einer Pilotstudie mehrfach nach den MFT-Sitzungen befragt wurden, um den Prozessverlauf besser zu verstehen.

Als wichtige subjektive Wirkfaktoren der MFT wurden der Austausch mit anderen Familien und eine Verbesserung der Beziehungsqualität innerhalb der eigenen Familie angegeben. Interessant war besonders die Erkenntnis der interviewten Mütter, dass die Symptome des Kindes nur ein Teil des Problems sind und die Verantwortungsübernahme der Eltern für die bestehenden Schwierigkeiten maßgeblich für den Therapieerfolg des Kindes ist. Dies könnte dafürsprechen, dass das gegenseitige Verständnis von Eltern und Kindern füreinander und somit die Fähigkeiten, sich in den anderen hineinzuversetzen, gewachsen sind.