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Trainer:in Multifamilientherapie (MFT) / Multifamilienarbeit (MFA)

20. Oktober | 08:00 - 28. April | 17:00

Zertifikats-Grundkurs

Inhalt und Zielsetzung
Multifamilienarbeit (MFA) beziehungsweise Multifamilientherapie (MFT) ist eine synchrone lösungsorientierte, systemische Arbeitsform mit vier bis zehn Familien über mehrere Stunden bis hin zu mehreren Tagen. Sie findet aktuell in Kontexten der Kinder- und Jugendhilfe, des Bildungssystems sowie in klinisch-therapeutischen Settings statt.

Nach Anfängen in England, Skandinavien und Deutschland werden mittlerweile europa- und weltweit die Arbeitsformen der MFT/MFA eingesetzt und weiterentwickelt.

Der zentrale Fokus der Arbeit liegt auf der Verantwortung der Eltern sowie deren Wahrnehmungen, Deutungen und Lösungsideen, bezogen auf problematische und veränderungsbedürftige Situationen. Durch aktivierende Kontextgestaltungen und Methoden verfolgt MFA/MFT sowohl das Ziel, Eltern und Kinder in ihrem Gesamtsystem zu empowern, als auch nachhaltige Vernetzungen zwischen Familien zu ermöglichen. Voneinander und miteinander zu lernen sind die zentralen Ansätze. Zugleich erleben Eltern weniger die »Exklusivität« der eigenen Probleme und Themen und vielmehr die solidarische Situation, dass alle »in einem Boot« sitzen, wenn es um die Lösung schwieriger Alltagssituationen sowie Kommunikations- und Beziehungsdynamiken geht.

Die Angebote der MFT/MFA können sich präventiv an Familien richten, die keinen oder nur geringen Belastungsfaktoren ausgesetzt sind, gleichermaßen aber auch an Familien, die mit multiplen Belastungen, Krisen und Hilfebedarfen konfrontiert sind. MFT/MFA ergänzt in vielfältiger Weise Angebote der Familienförderung und der Frühen Hilfen und unterstützt Vernetzung, Solidarisierung und Selbsthilfestrukturen.

Familien in komplexen Belastungssituationen, die Armut, Isolation, innerfamiliäre Gewalt oder Suchtproblematik erleben und/oder körperliche oder psychische Erkrankungen haben, kann in MFA/MFT-Settings auf besondere Weise dabei geholfen werden, eigene Ressourcen zu entdecken, zu nutzen und anderen Familien zu helfen. Dieser Rollenwechsel entfaltet insbesondere in der Arbeit mit diesen Familien eine besondere Wirkung, die auch im Kontakt der Familien mit anderen Hilfesystemen zum Tragen kommt.

Anwendungsfelder der MFA sind beispielsweise

  • Multiproblemfamilien (Cooklin, Asen)
  • Kindesmissbrauch und -misshandlung (Asen)
  • Obdachlosigkeit (Frankl)
  • Schul- u. Lernstörungen (Dawson, McHugh, Retzlaff)
  • Anorexien (Scholz, Rix, Scholz, Asen, Eisler, Dare)
  • Asperger (Asen)
  • Schreikinder (Asen)
  • Gewaltfamilien (Asen, Scholz)
  • Emotionale- und Verhaltensstörungen (Schell, Schemmel, Selig, Asen, Scholz, McKay)

In dieser fünfteiligen Fortbildungsreihe erfahren Sie

  • was MFA / MFT als Beitrag zum aktiven Kindesschutz leisten kann
  • wie MFA / MFT durch Ressourcenzentriertheit und Multiperspektivität familiäre Resilienz fördert
  • wie MFA / MFT als Begleitkonzept in den eigenen Jugendhilfekontext, nin Schule oder Klinik implementiert werdenkann
  • wie MFA / MFT mit ersten Schritten zur Organisation einer Gruppe beginnt

Weitere Informationen zu Methodik, Zielgruppe und den einzelnen Modulen finden Sie im PDF zum Download. 

Bitte nutzen Sie ausschließlich die Anmeldemöglichkeit auf der Homepage: erev.de/fortbildungen/fortbildungsangebote-2027/

Evangelisches Bildungszentrum Ostfriesland-Potshausen e. V.

Potshauser Straße 20
Ostrhauderfehn, 26842